Trip to a foreign world
Donnerstag, 21. Juni 2012
Ason

trat näher an die Box heran und strich seinem Pferd mit der Hand über das weiche dunkelbraun glänzende Fell. Das Mädchen erschrak leicht und zuckte zusammen, beruhigte sich im nächsten Moment aber schon wieder.
"Erledigst du immer Arbeiten, die normalerweise für Männer bestimmt sind?", platzte es aus Ason heraus. Es lag ihm einfach auf der Zunge. Er war kein Freund von Gesprächen, doch hier musste eindeutig etwas geklärt werden, also war Kommunikation unvermeidbar.
Mit einer rauen Bürste stricht das Mädchen mit ein wenig Druck über das Fell des Tieres und dachte wohl über eine geeignete Ausrede nach. Obwohl es offensichtlich war, dass es keine gab. Dann hatte sie anscheinend Worte gefunden und stoppte kurz mit ihrer Arbeit.
"Traust du mir etwa nicht zu, dass ich sowas auch ordentlich machen kann, selbst wenn ich ein Mädchen bin?"
Unwillkürlich musste Ason bei dieser Antwort ein wenig Lächeln, jedoch so kurz, dass sie es kaum sehen und falsch verstehen konnte.
"Natürlich, doch es ist ungewöhnlich, dass ein Mädchen im Stall arbeitet."
Im nächsten Moment bereute Ason seine Worte schon wieder. Was redete er da nur? Es war auch ungewöhnlich, dass...ach egal.
"Hier ist es normal, mein Herr. Es sichert uns den Lebensunterhalt und es gibt keinen Mann im Haus, der diese Arbeit erledigen könnte. Also tue ich es und wir müssen niemanden anstellen", erklärte sie noch, dann fuhr sie mit dem Putzen fort und das Gespräch war beendet. Als Ason sein Gepäck selbst aufhob und mitnahm, protestierte die Wirtstochter jedoch nicht. Gegen Hilfe hatte sie wohl nichts einzuwenden, oder sie bemerkte es einfach nicht.

Yvette

hatte das Gefühl hunderte von Broten zu verkaufen. So hoch war die Nachfrage schon lange nicht mehr gewesen. Doch das gab ihr wenigstens die Möglichkeit, sich von dem Unbekannten abzulenken. Wie er ihre Reaktion wohl aufnahm? Als sie einen kurzen Blick auf ihn erhaschte sah sie, dass er ein Gespräch mit Finn begonnen hatte. Wenn das mal keinen Ärger geben würde. Sobald Mutter das bemerkte, würde sie den Mann bestimmt ein zweites Mal zurechtweisen. Yvette konnte es sich schon lebendig in ihren Gedanken vorstellen.
"Ich dachte sie wollten uns bei unserer Arbeit helfen. Jetzt tun sie jedoch sogar das Gegenteil und lenken meinen Sohn ab. Das ist kein Benehmen für einen vornehmen Mann."
So ähnlich könnte es wohl aussehen. Doch wo war der Ausweg? Wenn Yvette selbst etwas sagte, würde er bestimmt erst recht denken, sie wollte vor ihm fliehen, ihre Familie schützen oder sonstwas.
Hoffentlich begriff Finn früh genug, wann er einzulenken hatte. Das Mädchen bediente weiter die vielen Kunden und sie freute sich wirklich darauf, sich etwas Neues leisten zu können. Der Gewinn für heute würde prächtig sein, wenn es so weiterging.

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